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Web 2.0 Triebkraft des Internets

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Web 2.0 - das von Menschen gesteuerte Internet

Das Internet wird renoviert. Nicht mehr Technik-lastig soll es sein, sondern von Menschen gesteuert. Der Community-Gedanke ist es, der das Web 2.0 ausmacht. Wie in einem Ameisen-Staat arbeiten viele Individuen zusammen an Projekten und erreichen damit erstaunliche Resultate.

Web 2.0 heisst das Gebilde, das weder ein Netz noch eine Software ist, wie die Bezeichnung vermuten lassen könnte. Das ursprüngliche World Wide Web, 1991 am Genfer Kernforschungszentrum Cern von Tim Berners-Lee entwickelt, hat sich längst vom Kommunikationsinstrument der Forschung und Technik zu einem virtuellen Dorfplatz entwickelt, auf dem ständig ein Jahrmarkt stattfindet. Bot das Internet, so wie wir es früher kannten, im weitesten Sinn Informationen an, oder diente als elektronischer Briefkasten, findet im Web 2.0 ein Geben und Nehmen, ein reger Austausch von allerlei Dingen, Erlebnisberichten, Bildern, Tönen oder Know-how statt.

Bedienerfreundliche Software

Natürlich brauchte es dazu erst einmal findige Leute, die neue Anwendungen entwickelten und ihre Ideen der Webgemeinde präsentierten. Virtuelle Flüsterpropaganda macht vieles möglich. Für Laien ist oft nicht erkennbar, weshalb eine Website plötzlich einschlägt und Millionen von Menschen begeistern kann. Angefangen bei Google: Schon vorher gab es gut funktionierende Suchwerkzeuge, doch Google hat sich in kürzester Zeit nicht nur etabliert, sondern wurde zum Synonym für die Suche im Internet überhaupt. Dabei verlangt Google keine Vorkenntnisse von seinen Nutzern. Begriffe können wahllos eingegeben werden, die Verknüpfung macht die Software selbst. Die intelligente Anwendung wird der breiten Masse zur Verfügung gestellt, und entwickelt sich, von den Benützern unbemerkt, an Hand der vielen Anfragen weiter. Die leichte Handhabung wiederum ermöglicht es immer mehr Nutzern, sich im Web zurechtzufinden.

Öffentliche Tagebücher

Parallel dazu entstand die Blogosphäre. Schon früher haben Privatpersonen ihre Tagebücher im Internet publiziert, haben ihren Alltag festgehalten oder über ihr Berufsleben geplaudert. Auch in diesem Fall machten einfach zu bedienende Anwendungen und gut vernetzte Speicherorte im Cyberspace die Weblogs, Logbücher der Internauten, erst interessant. Der Mensch ist auch im Internet ein soziales Wesen. Blogger beschränken sich deshalb nicht darauf, sich auf der eigenen Website mitzuteilen. Sie sind thematisch oder über Communities miteinander verbunden. Mit sogenannten Trackback-Funktionen lassen sich einzelne Beiträge aus verschiedenen Blogs miteinander verknüpfen. So kommen Leute zusammen, die zuvor noch nie voneinander gehört haben.

Virtuelle Gemeinschaften

Der Community-Gedanke ist es auch, der das Web 2.0 ausmacht. Wie in einem Ameisen-Staat bildet die Summe vieler Einzelheiten ein riesiges Ganzes. Wikipedia, das offene Lexikon, funktioniert nur, weil die gleiche Gemeinschaft, die es mit Inhalten füllt, diese auch kontrolliert und korrigiert.
Plattformen wie YouTube und MySpace bieten kostenlosen Speicherplatz für die oft grossen Video- und Musikdateien von Privaten an. Das Laden der Filme ist einfach und zum Abspielen braucht es nur einen Flash-Player, der oft bereits auf den PCs installiert ist. Filme, die oft angeschaut werden, erscheinen an prominenter Stelle und werden deshalb noch besser wahrgenommen. Fotoalben können Freunden und Verwandten, aber eben auch wildfremden Menschen gezeigt werden.
Klar, dass sich auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten bald Hinz und Kunz selbst in Szene setzen. Dies verführt zwar manchmal Werbebüros, sogenanntes Guerilla-Marketing zu betreiben und Pseudo-Amateur-Videos auf YouTube zu laden. Durch die Grösse der Gemeinschaft ist die Chance gross, dass solche Machenschaften entlarvt werden. So geschehen beim vermeintlichen Video-Blog eines amerikanischen Teenagers namens Bree

Von Menschen gesteuert

Die Bezeichnung Web 2.0 war zunächst bloss ein Arbeitstitel. Als im Oktober 2004 in San Francisco eine Konferenz mit diesem Namen fast alle wichtigen Exponenten der Internetwelt versammelte, verbreitete sich der Begriff rasch um die ganze Welt. Web 2.0 ist ein soziales Netzwerk, ein von Menschen gesteuertes Internet. Websites sollten hier nicht mehr als Informationsgefässe fungieren, sondern als Diskussions- und Kommunikationsplattform. Und ganz nach dem Motto «gemeinsam sind wir stark» dient jeder einzelne einer gemeinschaftlichen Sache, sei es der Aufbau einer Plattform, dem Austausch von Know-how oder der Entwicklung von Open-Source-Software. Beta-Versionen und offene Baustellen, an denen stetig weitergewerkelt wird, werden zur Norm. Das Jahr 2007 wird uns jedenfalls mit Bestimmtheit weitere nützliche Erzeugnisse der Web-Community bescheren.

Quelle: NZZ, 31. Dezember 2006

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